Der Soziologe Andreas Kemper hat im “Focus” die Alternative für Deutschland  als teilweise “demokratiefeindlich” mit “homophoben” Tendenzen bezeichnet. Flügel der Partei seien mit der US-amerikanischen „Tea Party“ zu vergleichen. Kemper scheint die AfD nicht besonders zu mögen, wie seine Webseite zeigt.

Dafür beschäftigt er sich gerne mit Feminismus, mit “Arbeiter_innenkindern” (was ist das?) oder mit gesellschaftlicher Traumatisierung. Nun ist Deutschland ja noch ein halbwegs freies Land und damit es so bleibt, investieren wir unsere Freizeit und unser Geld in unsere Partei. Deshalb sollten wir uns mit Herrn Kempers Thesen beschäftigen, anstatt ihn aufgrund seiner offensichtlich sehr linken Tendenzen zu verurteilen.

Die Boston “Tea Party”

Wer den Begriff “Tea Party” verwendet, sollte auch die Geschichte dahinter kennen. Am 16. Dezember 1773 lehnten sich die Bürger der Stadt Boston dagegen auf, neue Steuern (auf Tee) bezahlen zu müssen, ohne einen demokratischen Einfluss auf die politischen Prozesse nehmen zu können. Ein Bürgerprotest, der völlig gewaltfrei ablief und zu dem heute bekannten Spruch „No Taxation Without Representation“ (keine Bestuerung ohne Representation) führte. Mit anderen Worten: Die „Tea Party“ war ein gewaltfreier Bürgerprotest. Wie wir alle wissen, sind Bürgerproteste unser gutes Recht, nur mit der Gewaltfreiheit nehmen es besonders ultra-linke Gruppen nicht so genau.

National Liberal?

220px-Bundesarchiv_Bild_146-1989-040-27,_Gustav_StresemannAuch der Begriff „national Liberal“ sollte für uns kein Schimpfwort sein. Er steht unter anderem für Gustav Stresemann, Reichskanzler und Außenminister in verschiedenen Regierungen der Weimarer Zeit. 1926 erhielt Stresemann für seine vermittelnde Aussöhnung mit Frankreich und Deutschlands Eintritt in den Völkerbund zusammen mit seinem französischen Amtskollegen Aristide Briand den Friedensnobelpreis. Das war zu übrigens zu einer Zeit, als in der neu gegründeten Sowjetunion zig-hundert-tausende in Gulags weggesperrt, oder gleich ermordet wurden.

Nein. Wir sollten Herrn Kemper seine für uns nur schwer verständlichen Philosophien lassen. Allerdings sollten wir uns fragen, warum ein angesehenes Magazin wie der „Focus“ einem Mann wie Kemper zu Wort kommen lässt. Was bedeutet das, wenn ein angesehenes und ernstzunehmendes Magazin plötzlich linke Parolen verbreitet?

Dafür kann es nur eine Erklärung geben. Wir sind gefährlich geworden. So gefährlich, dass selbst ein „Focus“ sämtliche journalistische Neutralität zur Seite zu schieben bereit scheint, um ein paar Hiebe unter die Gürtellinie zu setzen.

Wenn nun schon offensichtlich unsere Presse zu solchen Maßnahmen greift, wird es um so wichtiger, dass wir am 22. September in den Bundestag einziehen. Das bedeutet, dass wir noch mehr die direkte Kommunikation mit unseren Bürgern und Wählern suchen müssen, dass wir uns noch mehr anstrengen und noch mehr arbeiten, um die freiheitlich demokratische Grundordnung zu verteidigen. Das bedeutet, dass wir die letzte Verteidigungslinie bilden.

Der national-liberale Friedensnobelpreisträger Gustav Stresemann sagte 1928:

Sorgen wir dafür, daß die sachliche Arbeit einer nationalen Partei, die gleichzeitig Gewähr dafür bietet, dass die großen Grundsätze des Liberalismus an Ansehen in unserem Volk nicht verlieren, gestärkt aus dem Wahlkampf hervorgehen damit sie weiter mitwirke zum Besten unseres Vaterlandes.

3 Thoughts on “Der Focus und die AfD: Blinker links gegen die Bürgerpartei.

  1. Kain Goldman-Sache on July 22, 2013 at 12:32 am said:

    Ich denke, die Schmutzkampagnen haben vor allem den Sinn, es schwerer zu machen, sich privat oder öffentlich zur AfD zu bekennen; mithin geht es darum, den Wahlkampf zu torpedieren.

    Es fällt auf, dass es sich um einen sehr kleinen Personenkreis (dem von Medienseite sehr viel Aufmerksamkeit zukommt) handelt, der hier auf einem Kreuzzug ist; und interessanterweise sind es regelmäßig Männer, die sich bei dem “XYZ_Innen”-System anbiedern und dadurch Kasse machen.

    Was kann man – von Ausnahmen abgesehen – mit Soziologie machen, als staatlich subventionierte Luftblasen produzieren? Was machen “Rechtsextremismusforscher”, wenn sich das Land plötzlich für den virulenten Linksextremismus, der in Gestalt der RAF gewütet hat, interessiert?
    Es sind Systemprofiteure, die auf Knopfdruck gegen die zu Felde ziehen, die ihr Einkommen gefährden.

    Glücklicherweise haben die traditionellen Medien heute immer weniger Einfluss; das Internet wird wichtiger. Der Erfolg der AfD im Hinblick auf Facebook-Fans gibt ihr Recht. Gegen die Piratenpartei (eine Gefahr für Zeitungsverlage) wurden ähnliche Vorwürfe erhoben wie gegen die AfD; da sollten Rechtsextreme und Geschichtsrevisionisten zu Gange sein und sich gegenseitig beschimpfen. Die “Entzauberung” der Piratenpartei vollzog diese letztlich aber selbst, nämlich durch den Einzug in vier Landtage, Führungslosigkeit und desaströse Bilder von Parteitagen.

    Die AfD sollte jetzt noch stärker auf das Internet setzen. Es sollte mehr getwittert werden; v.a. Nachrichtenmeldungen, die zeigen wohin die Reise in Deutschland und Europa geht. Wenn die Landesverbände auf ihren FB-Seiten erfolgreiche Posts veröffentlichen, dann sollten diese via Bundes-FB-Seite geteilt werden. Es ist auch ärgerlich, dass es wenig gutes Videomaterial von Wahlkampfauftritten, etwa von Herrn Lucke, gibt. Hier besteht Optimierungsbedarf. Die AfD muss Filmausrüstung für solche Gelegenheiten haben, und die Videos müssen ins Netz um mehr Menschen zu erreichen. Dann kann nämlich jeder selbst sehen, dass dort keine gefährlichen Fanatiker am Werk sind.

    Zuletzt empfehle ich, die Angriffe der Presselandschaft ins Gegenteil zu verkehren. Es sollte gefragt werden, warum einige “Journalisten” und “Experten” mehr Angst vor der ach-so-bedeutungslosen AfD haben als vor einem Kanzleramtschef, der Ausdrücke wie “Scheiß-Grundgesetz” verwendet. Was ist wohl so schlimm an einer Partei, die sich für direkte Demokratie (wird wohl als “antidemokratisch” angesehen) und gegen die Ausplünderung des deutschen Sparschweins einsetzt? Die Antwort darauf ist: Mit der AfD haben die Menschen in Deutschland zum ersten Mal tatsächlich die Chance, dem Establishment gefährlich zu werden – sie müssen die Partei nur wählen.
    Und das ist nichts anderes als das beste Argument FÜR die AfD.

    Also: Machen Sie Kemper & Co. zu ihren Wahlkampfhelfern.

  2. Zum Hintergrund des Focus-Artikels (http://www.focus.de/politik/deutschland/soziologe-andreas-kemper-afd-hat-demokratiefeindliche-und-homophobe-tendenzen_aid_1049653.html) ist zunächst rein formal darauf hinzuweisen, dass dieser sich lediglich auf ein Spiegel-Interview mit Andreas Kemper bezieht, dass demnächst wohl in der Spiegel-Druckausgabe zu lesen sein wird:
    “Der Münsteraner Soziologe Andreas Kemper warnt im Interview mit dem „Spiegel“ vor einem Flügel der AfD, der sich mit der US-amerikanischen Tea Party vergleichen lässt”
    heißt es dazu im Text.

    Inhaltlich ist der AfD-Hasser Andreas Kemper das linke Gesicht der Kapitalinteressen.
    Festmachen lässt sich das an drei politischen Handlungsfeldern, wo die Ziele linker Bewegungen mit den objektiven Interessen der Kapitalbesitzer (welche sich subjektiv dieser Interessenlage keineswegs immer bewusst sein müssen!) übereinstimmt. Und wo die AfD-Ziele diese Kapitalinteressen gefährden.

    1) Euhaftungspolitik: Selbstverständlich haben die Eigentümer von Staatsanleihen der Krisenstaaten jedes erdenkliche Interesse daran, dass die Steuerzahler auch der relativ soliden Länder (sowie ggf. auch die EZB) für die Rückzahlung dieser Anleihen garantieren. Der ESM und die anderen Kollektivhaftungsinstrumente liegen im Interesse der Kapitalbesitzer. Und verstoßen natürlich gegen die Interessen der Steuerzahler in Deutschland, auf deren Ausplünderung für die Kapitalmärkte und für “befreundete” Länder diese Euhaftungs-Instrumente abzielen.

    2) Einwanderung:
    Der Artikel beschäftigt sich damit nicht; man darf aber sicherlich davon ausgehen, dass Kemper auch eine Beschränkung der Immigration, bzw. eine Orientierung der Einwanderungsregelungen an den ökonomischen Interessen Deutschlands, ablehnt.
    Kapital (Immobilien, Unternehmen usw.) ist per se so wertlos, wie einst das Gold für den König Midas. Seinen Wert gewinnt es erst dadurch, dass Menschen da sind, welche die Maschinen betreiben, die Produkte nachfragen und die Immobilien bewohnen.
    Mit anderen Worten: “Das Kapital” hat ein strukturelles (wiederum ohne dass das jedem einzelnen Kapitalbesitzer klar sein müsste) Interesse an einer ständigen Ausweitung der Population. Und zwar idealer Weise (aus Sicht der Kapitalbesitzer) in Form von Einwanderung, weil bei dieser ein Großteil der “Herstellungskosten” für das einwandernde Humankapital externe Kosten sind, d. h. von anderen Ländern getragen werden.
    Weil sie (vielleicht ebenfalls ohne sich darüber klar zu sein) ebenfalls den Kapitalinteressen verpflichtet sind, unternehmen beispielsweise auch die Grünen nichts gegen die ausufernde Zersiedelung der Landschaft. Diese Zersiedlung hängt natürlich auch mit der Bevölkerungszahl zusammen, deren kräftige Steigerung durch möglichst hohe Einwanderungszahlen sich linke Bewegungen und die Grünen de facto auf die Fahnen geschrieben haben.

    3) Gleichstellungspolitik:
    Auch hier geht es aus Sicht der Kapitalbesitzer um eine optimale Verwertung des “Humankapitals”. Nicht nur soll die Arbeitsreserve der Frauen möglichst vollständig in den Produktionsprozess integriert werden. Darüber hinaus soll das “Humankapital” auch durch die gewaltsam mit juristischen Waffen betriebene Schaffung einer künstlichen Konkurrenzsituation zwischen Frauen und Männern zu höchstmöglicher Leistung angestachelt werden. (Ausführlicher habe ich mich vor Zeiten hier http://beltwild.blogspot.de/2006/02/von-der-atombombe-zur.html) mit dieser Frage beschäftigt.

    Wenn ich sage, dass der AfD-Hasser Andreas Kemper das linke Gesicht der Kapitalinteressen ist, dann darf man sich das nicht so vorstellen, dass ein dickbäuchiger Kapitalist, mit Zigarre im Mundwinkel, des Weges gekommen wäre und dem Kemper und seinesgleichen einige Scheine in die Hand gedrückt hätte.

    Es ist sicherlich auch nicht so, dass Kemper sich WILLENTLICH zum Diener der Kapitalinteressen macht.
    Aber was zählt, ist das Ergebnis. An einem drastischen Beispiel verdeutlicht: Die wenigsten von denen, die damals Hitler gewählt haben, wollten Krieg.
    Aber man konnte damals schon sehen (wenn man sich denn intensiver mit Hitlers Gedanken beschäftigt hätte), dass “Hitler Krieg bedeutet”.

    In gleicher Weise sind heutzutage Kemper und Konsorten für das OBJEKTIVE Ergebnis ihrer Agitation gegen die AfD verantwortlich:
    Allein das Resultat ist, was zählt!

  3. Leider ist Herr Kemper kein Einzelfall in den Medien. Die Objektivität und Bürgernähe, die viele Zeitschriften in Vor-Euro-Zeiten im Interesse der Demokratie und Meinungsfreiheit als Credo hatten, ist zu einem systemrelevantem Sprachrohr verkommen.

    Ihr heutiges Ziel beinhaltet nur noch, den Euro-Raum und die unkontrollierte Erweiterung um Schwellenländer zu glorifizieren und die Gegner dieses korrupten Systems mit allen Mitteln zu bekämpfen, bzw. totzuschweigen.

    Durch die auferzwungene Political Correctness sollen Meinungsfreiheit und Zutagebringen unbequemer, weil nicht lösbarer Probleme, im Keim erstickt werden.
    Das Niveau sogenannter politischer Magzine hat sich, ganz dem der Regierung vorgegebenen Mainstream, angepasst und ist von sachlicher Berichterstattung, die durchaus kritisch sein darf, zu einer Schmutz-und Hetz-Kampagne verkommen, die normale Bürger im Vorfeld abschrecken soll, sich zu sehr mit Politik zu beschäftigen.

    Wenn sich eine neue, bürgernahe Partei gründet, deren Mitglieder aus allen Schichten der Gesellschaft kommen und die es schafft, Bürger zu politisieren und Rechte einzufordern, sieht sich die Wahlvieh gewohnte Altparteien-Landschaft um ihre bisher immer sicheren Pfründe besorgt.

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